• Insel Pag Kroatien Geschichte der Insel Pag und der Ortschaften auf der Insel Pag
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Geschichte

Spuren von Leben auf der Insel Pag reichen bis weit in die Vergangenheit zurück. Der Küstenabschnitt und die Inseln waren bereits in der jüngeren Steinzeit bewohnt, was viele archäologischen Funde beweisen, die noch aus der Zeit stammen, als Steine als Werkzeuge und Waffen dienten.

Die ersten Bewohner der Insel Pag waren Illyrer, genauer gesagt waren es Liburnen, die zu der Zeit Norddalmatien und somit auch Pag besiedelten. Auf der Insel wurden Überreste von liburnischen Mauern, von Siedlungen, die mit Trockenmauern befestigt waren, von Nekropolen und zahlreichen Grabhügeln aus Stein gefunden. Die Bedeutung der Insel Pag fiel auch den römischen Herrschern auf, die Anfang der neuen Ära das ganze Lande der Liburnen eroberten.
Die Insel Pag wird zum ersten Mal in den Werken des römischen Geografen Plinius des Älteren als Cissa (Kisa) erwähnt. Experten nehmen an, dass ein zwischen der heutigen Novalja und Caska gelegener Ort diesen Namen trug. Im großen Erdbeben in Jahre 361 erlitt die römische Siedlung Caska großen Scahden und versank zum großen Teil ins Meer. Nach diesem Erbeben nahm die Entwicklung des Ortes Navalia (heutige Novalja) rasch zu. Bald wurde der Ort zum Zentrum der Insel Pag. Das beweisen auch die Überreste der großen Stadtbasilika, das monumentale Reliquiar und ein unterirdisches römisches Wasserwerk («Talijanova buža»). Kroaten besiedelten die Insel Pag, bald nachdem sie zum Meer gelangten, und zwar von ihrer südlichen Seite aus in Richtung Nord. Dies sieht man am besten anhand der altslawischen Namen der Inselsiedlungen: Dinjiška, Stara Vasa i Vlašići. Ab dem 9. Jahrhundert wird der kroatische Staat immer mächtiger, das benachbarte Nin entwickelt sich zu einem Zentrum dieses Staates und somit wird auch die Insel Pag dem Staat angeschlossen. Die Urkunde, mit der König Petar Krešimir IV. das zentrale und das nördliche Teil der Insel unter die Zuständigkeit des Raber Bischofs stellte, wird weitreichende Auswirkungen auf die ganze Insel haben. Diese Aufteilung führte zu jahrzehntelangen Machtkämpfen zwischen Zadar und Rab um die Herrschaft auf der Insel Pag. In einem Gefecht wurden Navalia und das mittelalterliche Kisa ruiniert und seit dem 14. Jahrhundert erwähnt man an dieser Stelle die Siedlung Novalja. Danach verliert Novalja an Bedeutung, während sich im Süden die Stadt Pag zunehmend entwickelte und bald zum Zentrum der Insel wurde.

Während der Herrschaft der Republik Venedig entwickelt sich die Stadt Pag im Süden der Insel als königliche Freistadt. König Ladislav verkauft sein Teil von Dalmatien mitsamt der Insel Pag im Jahre 1403 an die Republik Venedig.
Die Stadt Pag erhält im Jahre 1433 eine Stadtsatzung, die eine der ersten derartigen Urkunden in Kroatien darstellt. Mitte des 15. Jahrhunderts nimmt die Gefahr durch die Türken zu, weswegen Pager am 18. Mai 1443 mit den Bau einer neuen Stadt begannen, genau auf dem Ort, wo sie sich auch heute befindet.

Die Baupläne für die neue Stadt, die in Venedig erstellt wurden, hielten sich an die Prinzipien des Architektur- und Städtebaustils der Renaissance. Der große Architekt und Bildhauer Juraj Matejev Dalmatinac beteiligte sich an der Ausarbeitung der Baupläne. Am 18. September 1474 zogen die Pager in die neue Stadt um.
Trotz des Umzugs haben sie ihre Altstadt nicht vergessen. Die Franziskaner errichteten 1589 dort ihr Kloster. Noch heute sind Überreste des Klosters zu sehen. Zur Zeiten der Habsburgermonarchie wird Pag endlich zu einer administrativen Einheit und es beginnt ein gewisser wirtschaftlicher Aufschwung der Stadt, auf der Insel werden Straßen, Strandpromenaden und Anlegestellen gebaut. Ende des 19. Jahrhunderts ist es der Volkspartei gelungen, die Autonomiebefürworter auf der Insel Pag aus dem Gemeinderat zu verdrängen und darauf hin die kroatische Sprache zur Unterrichts- und Amtssprache zu erklären.
Nachdem Anfang des 20. Jahrhunderts die Reblauskrankheit weite Weingärten in ganz Dalmatien und somit auch auf Pag verheerte, kam es zu einer großen Auswanderungswelle vor allem in die USA, nach Kanada und Australien. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts kam es aufgrund einer Agrarreform zur Zerstückelung von Anwesen, was die wirtschaftliche Macht des Adelmuts schwächte und sie allmählich zur Auswanderung zwang.
Die Bewohner des nordwestlichen Teils der Insel waren unzufrieden im Rahmen der gemeinsamen Gemeinde und konnten letztendlich im Jahre 1924 ihren Anspruch auf eine eigene Gemeinde durchsetzen, aber nur bis 1955, als Novalja wieder in die gemeinsame Gemeinde integriert wurde. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts beginnt der Aufschwung des Tourismus.

Der Tourismus als neuer Wirtschaftszweig trieb die gesamte Entwicklung an, es wurden Strände eingerichtet, Verkehrsstraßen, Hotels und Restaurants gebaut. Nach der Gründung der unabhängigen Republik Kroatien, wird Novalja erneut zu einer selbstständigen Gemeinde und erhält bald auch den Status einer Stadt. Die Stadt wird allmählich zu dem am stärksten entwickelten Ort auf der Insel.